Hwang Sok-Yong: UNKRAUT und andere Prosa

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Ihre Gestalt, die sich vor dem Abendrot des Himmels schwarz abzeichnete, schien über dem Unkraut zu schweben und war kein schöner Anblick. Letztendlich gewöhnte man sich daran, ebenso wie an die Fabrikruine, und schenkte ihr bald keinerlei Beachtung mehr.

잡초

UNKRAUT und andere Prosa
Erzählungen

ISBN 978-3-927648-36-4

Einband, broschiert
223 Seiten
23,6 x 15,6 cm
17,50 Eur[D] / 18,50 Eur[A] / 23,00 sFr

Aus dem Koreanischen übersetzt von Kang Seung-Hee, Oh Dong-Sik, Torsten Zaiak und Martin Tutsch. Herausgegeben und Umschlaggestaltung von Juana Burghardt.

Edition Delta, Stuttgart 2011

HWANG SOK-YONG gehört zu den herausragenden Schriftstellern der zeitgenössischen koreanischen Literatur. Dies liegt wohl daran, daß seine Texte einerseits ein sehr breites Themenspektrum haben und andererseits nie das Leben der Leute aus den Augen verlieren, die im Abseits der Gesellschaft stehen. So stehen nicht selten unterdrückte und entfremdete Menschen aus den untersten Schichten wie wandernde Tagelöhner, Prostituierte, Bettler oder Soldaten mit katastrophalen Kriegserfahrungen im Zentrum seiner Prosa.

Das Schreiben von Hwang Sok-Yong ist eng mit seinen eigenen Lebenserfahrungen verbunden. Er selber erlebte die beiden Kriege in Korea und Vietnam. So ist es kein Zufall, daß gerade das Thema Krieg immer wieder behandelt wird. Die vorliegenden Erzählungen zeigen die Versuche Hwangs, Geschichte in verschiedensten Formen und an unterschiedlichsten Schicksalen darzustellen.

Zeittafel

1943 Hwang Sok-Yong, mit eigentlichem Namen Hwang Su-Yong, geboren am 14. Dezember in Changchun in der Mandschurei

1945 Unmittelbar nach der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft: Umzug nach Pjöngjang, der Heimat seiner Mutter

1947 Umzug nach Seoul

1950-53 Korea-Krieg

1962 Frühling: Hwang Sok-Yong geht freiwillig von der Schule ab und reißt von zu Hause aus. Bis Oktober wandert er durch den Süden des Landes Im November erhält er den Literaturpreis für Nachwuchsschriftsteller der renommierten Literaturzeitschrift Sasanggye für die Erzählung An der Felswand

1964 Teilnahme an der Demonstration gegen die Gespräche zwischen Korea und Japan. In einer Gefängniszelle lernt Hwang Sok-Yong einen Brückenbauarbeiter kennen und geht mit ihm in den Süden des Landes. Nach der Arbeit als Tagelöhner studiert er, um Mönch zu werden, in mehreren Tempeln den Buddhismus

1966-69 Militärdienst in Vietnam

1970 Ersten Preis beim Literaturwettbewerb der Zeitung Chosun-Ilbo für die kurze Erzählung Die Pagode. Veröffentlichung der Erzählung Der Heimgekehrte

1971 Veröffentlichung der Erzählungen Falsche Blume, Lineal, In der Fremde

1972 Veröffentlichung der Erzählungen An meinen Bruder, Kamelauge, Ein Mensch wie du und ich und des Romans Die Geschichte des Herrn Han

1973 Veröffentlichung der Erzählungen Unkraut, Der Weg nach Sampo, Nachtschicht, Der Berg der Gräber. Ferner und einsamer Ort, Schweine bringen Glück

1974 Veröffentlichung der Erzählungen Die zarten Hände einer Frau, Der Traum eines starken Mannes

1975 Veröffentlichung der Erzählung Der wandernde Sänger und des Dramas Wilde Chrysantheme

1976 Veröffentlichung der Erzählungen Die Vögel von Molgaewol, Die Gleise, Winterlicht

1977 Veröffentlichung der Erzählung Der Hahnenkamm blüht und verblüht

1978 Umzug nach Gwangju

1980 Gwangju-Aufstand

1981 Veröffentlichung der Dramensammlung Der Falke vom Jangsan-Kap. Auf »Empfehlung« der »Ermittlungskommission des Gwangju-Aufruhrs« zieht Hwang Sok-Yong auf die Insel Jeju

1982 Rückkehr nach Gwangju

1984 Erscheinen des zehnbändigen Romans Jang Gilsan nach zehnjähriger Veröffentlichung in der Zeitung Hanguk-Ilbo

1985 Illegale Veröffentlichung des Berichts über den Gwangju-Aufstand Über den Tod hinaus, über die Finsternis der Zeit hinaus. Teilnahme am »Kulturfestival der Dritten Welt« in Westberlin

1987 Veröffentlichung der Erzählung Das Tal

1988 Veröffentlichung der Erzählung Leidenschaftliche Liebe und des zweibändigen Romans Der Schatten der Waffen

1989 März: Besuch Nordkoreas auf Einladung des »Literatur- und Kunstverbandes«

1990 August: Teilnahme an der »Versammlung aller Völker« in Pjöngjang

1989-91 Aufenthalt in Berlin als Gastschriftsteller der Akademie der Künste

1991 Ab November: Aufenthalt in den USA als Gastschriftsteller der Long Island Universität

1993 April: Rückkehr nach Südkorea. Hwang Sok-Yong wird verhaftet und wegen seines Besuches in Nordkorea zu einer Gefängnisstrafe von 7 Jahren verurteilt

1998 Freilassung aus dem Gefängnis nach der 5 Jahren Haft

2000 Erscheinen des zweibändigen Romans Der alte Garten. Für diesen Roman erhält Hwang Sok-Yong die beiden Literaturpreise Danjae und Yisan

2000 Erscheinen des Romans Der Gast, wofür er den Daesan-Literaturpreises erhält

2000 Teilnahme an dem Sondergespräch »Korea: geteiltes Land, geteilte Literatur?« auf der Frankfurter Buchmesse

2000 Erscheinen des Romans Simcheong. Der Weg des Lotos

2003 Literaturpreis Korea Arts & Culture Education Service für den Roman Simcheong

2004 Manhae-Preis für Literatur

2004-07 Aufenthalt in London und Paris

2007 Baridegi. Roman

2008 Hesperus. Roman

2010 Der Traum von Gangnam. Roman

Ins Deutsche übersetzte Werke von Hwang Sok-Yong

2005 Ein Mernsch wie du und ich. Erzählung. Aus dem Koreanischen von Kang Seung-Hee und Torsten Zaiak, in: Koreanische Erzählungen, dtv, München

2005 Der ferne Garten. Roman. Aus dem Koreanischen von Kang Seung-Hee, Oh Dong-Sik und Torsten Zaiak, dtv premium, München

2005 Die Geschichte des Herrn Han. Roman. Aus dem Koreanischen von Kang Seung-Hee, Oh Dong-Sik und Torsten Zaiak, dtv premium, München

2007 Der Gast. Roman. Aus dem Koreanischen von Young Lie, Katrin Mensing und Matthias Augustin, dtv premium, München

2011 Unkraut und andere Prosa. Erzählungen. Aus dem Koreanischen von Kang Seung-Hee, Oh Dong-Sik, Torsten Zaiak und Martin Tutsch, Edition Delta, Stuttgart

In der neuen Reihe Koreanische Literatur in der Edition Delta liegen derzeit neben der Erzählungssammlung UNKRAUT und andere Prosa von Hwang Sok-Yong folgende Bücher vor: die Werkauswahl Als der Hahn im Dorf am Fluß krähte, hing der Mond noch im Dachgesims von Toegye (Lee Hwang oder Yi Hwang) mit Gedichten aus den Jahren 1515-1570, deutsche Fassungen von Tobias und Juana Burghardt auf der Grundlage der Vorarbeit von Doo-Hwan und Regine Choi und mit einem Nachwort von Tobias Burghardt, der Gedichtband Unter Pfirsichblüten eingeschlafen der jungen koreanischen Lyrikerin Kim Sun-Woo, komplett zweisprachig (koreanisch-deutsch), übersetzt von Kang Seung-Hee und Kai Rohs, der Roman Schwertgesang von Kim Hoon, übersetzt von Heidi Kang und Ahn Sohyun sowie die Werkauswahl Himmmelsnetz von Park Hijin mit Gedichten aus den Jahren 1960-2003, teilweise zweisprachig (koreanisch-deutsch), übersetzt und mit einem Nachwort von Doo-Hwan und Regine Choi. Demnächst folgen weitere koreanische Werke.

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