Maria-Mercè Marçal: Tauwetter

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Die Schlange vollzieht ihre
dreizehnte Häutung
zitternd und erregt.
– Ein Blitz aus Urgestein,
plötzlich zu lebendig:
flüssiger Schrecken:

Tauwetter.

Tauwetter – Desglaç
Gedichte, zweisprachig: Katalanisch – Deutsch

ISBN 978-3-927648-24-1

Einband, broschiert
190 Seiten
15,6 × 15,6 cm
17,50 Eur[D] / 18,50 Eur[A] / 23,00 sFr

Aus dem Katalanischen von Juana und Tobias Burghardt. Titelbild von Juana Burghardt

Edition Delta, Stuttgart

Joan Brossa, Miquel Martí i Pol, Pere Gimferrer oder auch Andrés Sánchez Robayna und Joan Margarit gehören zu den zahllosen Bewunderern der Lyrik von Maria-Mercè Marçal, die vor einem Jahrzehnt – genau gesagt: am 5. Juli 1998 – im Alter von 45 Jahren an einem Krebsleiden in Barcelona starb. Sie selbst begeisterte sich anfangs für Federico García Lorca und seine traditionellen Liedtexte, während ihre Gedichte gerne mit den katalanischen Surrealisten Joan Brossa und Josep Vicenç Foix in eine Verbindungslinie gestellt werden. Maria-Mercè Marçal wurde am 13. November 1952 in Barcelona geboren und verbrachte ihre Kindheit in Ivars d’Urgell (Pla d’Urgell). Nach ihrer Schulzeit im westkatalonischen Lleida ging sie nach Barcelona, studierte dort Klassische Philologie an der Universität und unterrichtete dann katalanische Sprache und Literatur. 1973 gründete sie den innovativen und einflußreichen Verlag Llibres del Mall mit. Für ihren Lyrikerstling Cau de llunes wurde sie mit dem Carles Riba-Poesiepreis 1976 ausgezeichnet und bald als Autorin bekannt. Sie war feministische Aktivistin und seit 1980 alleinerziehende Mutter einer Tochter, engagierte sich sowohl politisch als auch in der katalonischen Bürgerrechtsbewegung und übersetzte aus dem Französischen, u.a. Werke von Sidonie-Gabrielle Colette, Marguerite Yourcenar und Leonor Fini, sowie russische Lyrikerinnen wie Anna Achmatowa und Marina Zwetajewa in Zusammenarbeit mit der tschechischen Schriftstellerin, Hrabal-Biographin und Russisch-Übersetzerin Monika Zgustóva ins Katalanische.

Der vorliegende Gedichtband Desglaç (Tauwetter) gehört zu den ehrgeizigen Werken iberischer Lyrik am Ende des 20. Jahrhunderts. Die Autorin umkreist darin zwei Themen: den Tod des Vaters und ihre lesbische Liebe; beide haben tragische Untertöne und weisen ihr spezifisches Spektrum von linguistischer Formstrenge bis zu verbaler Gewalt auf, vor allem im ersten Kapitel mit dem Titel Daddy, das auf das gleichnamige Poem von Silvia Plath zurückgeht, aus dem ein Verszitat als Motto voransteht. Ihre Rebellion ist mehrfachen Ursprungs, denn sie verdankt dem trüben Zufall dreierlei Gaben, wie sie einmal feststellte: »als Frau geboren zu sein, von niederer Schicht und unterdrückter Nation«.

Ihre Gedichte wurden von Musikern vertont und zum Liedgut der Nova Cançó in den kreativen Zeiten des Übergangs von der Franco-Diktatur zur Demokratie. Ihr Name schmückt den katalanischen Lyrikpreis von Pla d’Urgell. Eine Kulturstiftung mit ihrem Namen kümmert sich um ihr literarisches Erbe und den Dialog der Künste in Sabadell. An der Universität Barcelona liegt ihr Nachlaß für die Forschung. Die katalanische Poetin Marta Pessarrodona nannte sie eine der würdigsten »Schwestern von Ramon Llull«.

Für ihren Roman La passió segons Renée Vivien (Auf den Spuren der Renée Vivien, dt. 1998), der das Leben der lesbischen Poetin Pauline Mary Tarn (1877, London – 1909, Paris) erzählt, wurde sie mit sechs renommierten Literaturpreisen geehrt. Nun kann auch die anziehende Poesie von Maria-Mercè Marçal bei uns entdeckt werden: »Wenn der Fluß, mitten im Tauwetter, / zur Quelle / zurückfließt …«

Tobias Burghardt (Nachwort))

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